NDIR Technologie der fastLine Sensoren

Messprinzip

NDIR ste­he für None-Dif­frac­­ti­­ve Infrared und ist eine pho­to­me­tri­sche, nicht-inva­si­ve Mess­me­tho­de von Gas­kon­zen­tra­tio­nen.

Bei der NDIR Tech­no­lo­gie wird die Absorp­ti­on von Infra­rot (IR) Licht eines Gases in einem spe­zi­fi­schen opti­schen Spek­trum gemes­sen. Dabei wird die phy­si­ka­li­sche Eigen­schaft der spek­tra­len Absorp­ti­on der Gas aus­ge­nutzt: Jedes Gas absor­biert Licht nur in spe­zi­fi­schen spek­tra­len Berei­chen, ansons­ten sind Gase transparent.

Je grös­ser die Gas­kon­zen­tra­ti­on in der Mess­zel­le ist, des­to grös­ser ist die Absorp­ti­on des IR-Lich­tes im opti­schen Pfad durch die Messzelle.

Die NDIR Tech­no­lo­gie gilt als die effek­tivs­te Gas­mess­me­tho­de für schnel­le und prä­zi­se Mes­sun­gen bei einem guten Preis­leis­tungs­ver­hält­nis [1].

Spektrale Infrarot-Absorption von Gasen

Vie­le Gase absor­bie­ren im Infra­rot­be­reich zwi­schen 2 und 20 µm Well­enlän­ge Licht, und zwar jedes Gas in einem für sich typi­schen spek­tra­len Bereich [1]. Das Absorp­ti­ons­spek­trum ist wie ein Fin­ger­print für ein Gas. Als Über­sicht wer­den die Absorp­ti­ons-Spek­tren ver­schie­de­ner Gase im Infra­rot­be­reich dar­ge­stellt [2].

Absorption spectra of gases in the infrared

Im Detail betrach­tet absor­bie­ren die Gas­mo­le­kül die Ener­gie aus dem Infra­rot­spek­trum, indem sie die Vibra­ti­ons- und Rota­ti­ons-Bewe­gun­gen ändern. Der Über­gang von einem Rota­ti­ons-Zustand zum nächs­ten ist aber quan­ti­siert, das heisst die Rota­ti­on des Mole­küls ändert sich „sprung­ar­tig“ [2][3]. Dies ist im Licht­spek­trum auf der Emp­fangs­sei­te der Mess­zel­le deut­lich als Absorp­ti­ons­li­ni­en zu sichtbar.

Als Bei­spiel des detail­lier­ten Absorp­ti­ons­spek­trum von Koh­len­mon­oxid (CO) im spek­tra­len Bereich von 4.6 µm bei tie­fem Druck.

Absorption spectrum carbon-monoxid CO

Messkanäle, Ein- und Zweistrahltechnik und Messzellen

Das Gas wird in einer Mess­zel­le (Cuvet­te) gemes­sen. Bei den schnel­len Gas­sen­so­ren wird die Mess­zel­le mit einem Gas­strom durch­strömt, wobei das Gas bei fastLine Sen­so­ren typi­scher­wei­se als Sei­ten­strom durch eine Pum­pe abge­saugt und durch die Zel­le gepumpt wird (side-stream Sen­so­ren). Die IR-Licht­quel­le leuch­tet durch den mit Gas gefüll­ten opti­schen Mess­pfad in der Mess­zel­le zum IR Emp­fän­ger. Die­ser misst bei einem, zwei oder meh­re­ren Spek­tral­be­rei­chen die emp­fan­ge­ne Licht­in­ten­si­tät, wobei die Spek­tral­be­rei­che durch opti­sche Fil­ter defi­niert sind.

Principle of dual-beam NDIR gas sensor

Bei Zwei­strahl-Sen­so­ren wird ein Refe­renz­strahl in ein Spek­trum gelegt, in dem kein Gas in der Mess­zel­le absor­biert. Somit kann die­ser Refe­renz­strahl als Null-Refe­renz ver­wen­det wer­den. Sen­so­ren mit Zwei­strahl-Tech­nik (dual-beam) sind lang­zeit­sta­bil und kön­nen Alte­rungs­ef­fek­te der IR Kom­po­nen­ten weit­ge­hend kompensieren.

Sen­so­ren mit Ein­strahl-Tech­nik (sin­gle-beam) haben kei­nen Refe­renz­strahl, wei­sen dafür typi­scher­wei­se eine höhe­re Sen­si­ti­vi­tät auf, wel­che aber auf Kos­ten der Lang­zeit­sta­bi­li­tät geht.

Individuelle Messzellen der fastLine Sensoren

Ent­spre­chend dem zu mes­sen­den Gas gibt es ver­schie­de­ne Mess­zel­len von goSen­se. Die jewei­li­ge Län­ge des opti­schen Pfa­des ist dabei auf die zu mes­sen­de Gas­kon­zen­tra­ti­on optimiert.

Jede Zel­le kann für die Ein‑, Zwei oder Mehr-Strahl Tech­nik ver­wen­det werden.

Measurement cuvette CO, CO2, CH4, NO

Quellen

[1] Jacob Y. Wong, Roy L. Ander­son, „Non-Disper­si­ve Infrared Gas Mea­su­re­ment“, Int. Fre­quen­cy Sen­sor Asso­cia­ti­on Publi­shing, 2012, ISBN-13: 978–84-615–97321‑1

[2] I. E. Gor­don, L. S. Roth­man, R. J. Har­gre­a­ves, R. Hash­e­mi, E. V. Karl­ovets, F. M. Skin­ner, et al., „The HITRAN2020 mole­cu­lar spec­tro­sco­pic data­ba­se“, J. Quant. Spec­trosc. Radi­at. Trans­fer 277, 107949 (2022). [doi:10.1016/j.jqsrt.2021.107949]

[3] Planck, Max. „Zur Theo­rie des Geset­zes der Ener­gie­ver­tei­lung im Nor­mal­spec­trum“. Vor­ge­tra­gen in der Sit­zung vom 14. Decem­ber 1900. JA Barth, 1900.